Was ist bloß mit unseren Kindern los?

Wer – wie wir – schon viele Jahre lang Kinder und Jugendliche auf ihrem Weg durch die Schulzeit betreut, kann sich zumindest des folgenden Eindrucks kaum erwehren: Nicht erst seit PISA hat es einschneidende Veränderungen gegeben, die sich immer deutlicher auf das Lernverhalten vieler Schülerinnen und Schüler auswirken. Zunehmend häufiger kommt es insbesondere in der Grundschulzeit zu Diagnosen wie Dyskalkulie, Lese-Rechtschreibschwäche oder AD(H)S.

 

Dabei stellt sich vielen Betroffenen eine wesentliche Frage: Sehen wir uns hier mit einem realen Problem konfrontiert oder kann es sein, dass diese Kinder – unbeabsichtigt oder auch nicht – pathologisiert, d.h. krankgeredet werden? Häufig wird der Vorwurf erhoben, alles liege an einem veralteten Schulsystem, das auf den Säulen eines längst vergangenen Jahrhunderts beruhe. Wie solle es da den heutigen Bedürfnissen von Kindern noch gerecht werden?

 

Ohne hier in diese Diskussion einsteigen zu wollen, sei Folgendes festgestellt: Selbst ein Kind, das mit einer dieser Diagnosen bei uns vorstellig wird, kann im günstigsten Fall außerordentliche Fortschritte machen. Denn soviel scheint festzustehen: Viele Probleme in der Schule sind in gewisser Hinsicht hausgemacht. Doch Achtung: Hier geht es keinesfalls darum, einen Schuldigen für dieses Dilemma ausfindig zu machen. Vielmehr sollte das alleinige Augenmerk darauf ruhen, nach möglichen Ursachen zu forschen, um dem betroffenen Kind das zu geben, was es braucht, damit es möglichst schnell andere Erfahrungen machen kann. Selbst minimale Erfolgserlebnisse vermögen manchmal schon ein kleines Wunder zu bewirken.

 

Natürlich stellt sich vielen Eltern die Frage nach den möglichen Gründen für eine momentan wie auch immer geartete Teilleistungschwäche oder sogar Lernstörung. Nun, die Antwort auf diese Frage würde sicher ganze Seiten füllen. Wir wollen uns deshalb auf folgenden Ansatz beschränken: Es gibt äußere Umstände, die diese Auffälligkeiten zusätzlich fördern, d.h. verstärken. Bevor wir allerdings exemplarisch das Bild vom Kind als Symptomträger aufführen, möchten wir Ihnen zunächst einmal das ungewöhnlich anmutende Kinderbild von Khalil Gibran vorstellen:

 

Von den Kindern

 

Eure Kinder sind nicht eure Kinder.
Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht
des Lebens nach sich selber.
Sie kommen durch euch,
aber nicht von euch,
und obwohl sie mit euch sind,
gehören sie euch doch nicht.
Ihr dürft ihnen eure Liebe geben,
aber nicht eure Gedanken,
denn sie haben ihre eigenen Gedanken.
Ihr dürft ihren Körpern ein Haus geben,
aber nicht ihren Seelen,
denn ihre Seelen wohnen im Haus von morgen,
das ihr nicht besuchen könnt,
nicht einmal in euren Träumen.
Ihr dürft euch bemühen,
wie sie zu sein,
aber versucht nicht,
sie euch ähnlich zu machen.
Denn das Leben läuft nicht rückwärts,
noch verweilt es im Gestern.
Ihr seid die Bogen,
von denen eure Kinder
als lebende Pfeile ausgeschickt werden.
Der Schütze sieht das Ziel auf dem Pfad der Unendlichkeit,
und Er spannt euch mit Seiner Macht,
damit Seine Pfeile schnell und weit fliegen.
Lasst euren Bogen von der Hand des Schützen
auf Freude gerichtet sein;
denn so wie Er den Pfeil liebt, der fliegt,
so liebt Er auch den Bogen, der fest ist.

 

 

Kinder als Symptomträger

 

Einen interessanten Interpretationsversuch zu der Thematik Kinder als Symptomträger bietet uns die systemische Sichtweise: Hier wird davon ausgegangen, dass Kinder gewöhnlich mit aller Kraft versuchen, das System, d.h. die Familie, in der sie leben, zu heilen. Das (unbewusste) Zeigen bzw. Offenbarmachen eines schulischen Symptoms wird als ein möglicher Lösungsversuch angesehen, der - so ungewöhnlich das auch klingen mag - im Grunde aus Liebe zu den Eltern geschieht.

 

 

Fast zwei Jahrzehnte

Erfahrung vor Ort

_____________________________

 

Schulerfolg leicht gemacht

 

 

Inh.: Dr. Andrea Gillert

Systemisch-Integrativer Coach (SIC®)

 

 

___________________

 

 

Josef-Wirmer-Straße 11

34414 Warburg

fon 05641 742 705

fax 05641 742 687

 

info@lernzentrum-warburg.de

 

Druckversion Druckversion | Sitemap Diese Seite weiterempfehlen Diese Seite weiterempfehlen
© Lernzentrum Warburg > Dr. Andrea Gillert